kiel

Nachdem wir im letzten Jahr vom „Laternen-Joe“-Konzert in Pahlen leider nicht so begeistert waren, hatte dieses Konzert endlich wieder alles zu bieten, was zu einem Ärzte-Konzert dazu gehört: Eine gelungene Mischung alter und neuer Hits mit ein paar eher unbekannten Perlen, eine Ladung herrlicher bescheuerter Sprüche, Sitzlaolas und dazu eine bunte Lichter- und Videoshow auf der Bühne. Die Band ließ sich die Laune auch nicht dadurch verderben, dass das offensichtlich auch etwas in die Jahre gekommene norddeutsche Publikum von einigen Jahren wohl etwas rockbarer gewesen ist. Trotzdem hat es Spaß gemacht und dank der tollen Idee, das Konzert im Anschluss als MP3s auf USB-Stick anzubieten, kann ich gerade nebenbei die Highlights ein zweites Mal genießen.

Dabei fing das Konzert eher negativ an, nämlich gar nicht. Fast eine Stunde nach dem auf der Eintrittskarte angekündigten Konzertbeginn war man bei dem Intro mit dem Ansager aber schnell wieder bereit, die Verzögerungen zu verzeihen. Mit drei Songs am Stück vom neuen Album ging es los, danach folgte eine Begrüßeung, die schnell zu einem langen, verbalen Schlagabtausch der drei wurde. Als dann „Hurra“ kam, war alle Panik verflogen, das Konzert könnte eine Enttäuschung werden. Es folgten Hits wie „Deine Schuld“, „1/2 Lovesong“ oder „Schunder-Song“, kombiniert mit weiteren Klassikern aus der 30-jährigen Bandgeschichte, natürlich immer von bekloppten Sprüchen eingerahmt und mit den für die Ärzte typischen Verspielern und Songtextvariationen. Unterstützt wurde die Band dabei nicht nur von einer guten Lichtshow, auf großen Monitoren konnte man zudem Farin, Bela und Rod in Großaufnahme und bei einigen Songs Videoanimationen sehen.

Dem fast anderthalb Stunden langen Konzert folgten dann weitere anderthalb Stunden Zugaben, die dann auch die Hits „Lasse red’n“, „Schrei nach Liebe“, „Rebell“ und „Unrockbar“ zu bieten hatten, aber auch uralte Klassiker wie „Mein kleiner Liebling“ oder „Tittenmaus“. Von den neuen Songs hatte die Beste Band der Welt zwar noch „zeiDverschwÄndung“ und „Cpt. Metal“ auf dem Zettel, leider fehlten „M&F“ und „TCR“, die live sicher auch großartig gewesen wären. Doch trotzdem musste man den Ärzten zugestehen, dass sie sich diesen Abend auf jeden Fall um den Rock gekümmert haben!

Insgesamt war es auf jeden Fall ein gutes Ärzte-Konzert, für Kenner älterer Konzerte allerdings auch nichts Neues. Wie immer hatte man bei dem umfangreichen Repertoire der Band wieder den ein oder anderen Song vermisst, aber insgesamt hatte man eine gelungene Auswahl zu hören bekommen. Ich musste allerdings schockiert feststellen, dass das Kieler Publikum schwerer zu rocken war als die Teilnehmer früherer Konzerte, allerdings wurde auch mir schmerzhaft bewusst, dass einem wildes Hüpfen und Gröhlen irgendwann nicht mehr so leicht fällt. Mir ist zudem nicht klar, warum ein Rockkonzert inzwischen eine solche Lautstärke haben muss, wegen Ohrproblemen habe ich das Konzert nur mit Ohrstöpseln verfolgen können, aber ohne diese hätte man vermutlich wirklich wie von Farin am Anfang angedroht mit ernsthaften Schäden der Gehörgänge rechnen müssen. Auch die Tatsache, dass das Konzert mit soviel Verspätung anfing, kann ich nicht nachvollziehen, dabei wächst doch mehr der Unmut als die Vorfreude.

Aber unterm Strich zählt dann doch, dass wir alle gut gerockt wurden und den Besuch des Konzerts sicher nicht bereut haben, oder? Somit wünsche ich allen, die ihr Konzert der „Das Ende ist noch nicht vorbei“-Tour noch vor sich haben, sehr viel Spaß! Die Ärzte bleiben einfach die Beste Band der Welt und wer sie nie live gesehen hat, hat definitiv was verpasst!

Hier noch ein paar Impressionen des Konzerts:

Schunder-Song:

Rebell:

1/2 Lovesong: